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- Erstellungsdatum Februar 24, 2026
- Zuletzt aktualisiert Februar 24, 2026
Ebenheitstoleranzen im Putz
Die maßgebliche Norm ist:
DIN 18202 – Toleranzen im Hochbau Sie legt fest, wie stark Flächen von der idealen Ebenheit abweichen dürfen.
Diese Toleranzen gelten für:
- Wände
- Decken
- Putzflächen
- Estriche
- Bauteile im Innen- und Außenbereich
⭐ Grundprinzip der Ebenheitstoleranzen
Die DIN 18202 arbeitet mit:
- Messpunkten
- Messstrecken (10 cm, 1 m, 4 m usw.)
- zulässigen Abweichungen in Millimetern
Je länger die Messstrecke, desto größer darf die Abweichung sein.
⭐ Tabelle (vereinfacht) – Ebenheitstoleranzen für Wände & Putz (DIN 18202, Tabelle 3)
| Messstrecke | Zulässige Abweichung |
|---|---|
| 10 cm | 3 mm |
| 1 m | 5 mm |
| 4 m | 10 mm |
Diese Werte gelten für Putzflächen üblicher Qualität (z. B. Q2).
⭐ Ebenheitstoleranzen speziell für Putz
Putzoberflächen werden zusätzlich nach Qualitätsstufen bewertet:
- Q1 – grob, für nicht sichtbare Bereiche
- Q2 – Standardqualität (üblich im Wohnbau)
- Q3 – erhöhte Anforderungen (z. B. feine Oberflächen)
- Q4 – höchste Qualitätsstufe (glatte, streiflichtempfindliche Flächen)
Wichtig:
👉 Die DIN 18202 gilt immer – unabhängig von Q1–Q4. Die Qualitätsstufe beschreibt nur die Oberflächenoptik, nicht die Ebenheit.
⭐ Praxisbeispiele
1. Wandputz Q2 im Wohnraum
- Messstrecke 1 m → max. 5 mm Abweichung
- Messstrecke 4 m → max. 10 mm
2. Sichtflächen mit Q3 oder Q4
- Ebenheit bleibt nach DIN 18202 gleich
- ABER: höhere optische Anforderungen → häufig engere Vereinbarungen im Vertrag
3. Streiflicht
- Streiflicht ist nicht Bewertungsgrundlage
- Nur die Normwerte zählen
- Ausnahme: Wenn im Vertrag ausdrücklich etwas anderes vereinbart wurde
⭐ Wichtiger Hinweis für Auftraggeber & Handwerker
Die DIN 18202 ist vertraglich geschuldet, wenn:
- VOB/C vereinbart ist
- oder die DIN ausdrücklich Bestandteil des Vertrags ist
- oder „anerkannte Regeln der Technik“ gelten
